Leitbild

Das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI-GMR) ist ein unabhängiges, außeruniversitäres Forschungsinstitut, das 1992 als Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft gegründet wurde und von Michael Lysander Fremuth geleitet wird. Patricia Mussi-Mailer ist für die kaufmännische Leitung zuständig.

Die Arbeit des LBI-GMR fokussiert auf die wissenschaftliche Erforschung der Menschenrechte auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Damit will das Institut zu einer gerechten globalen Gesellschaft beitragen, in der jeder Mensch seine bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte wahrnehmen kann. Der Menschenrechtsansatz, den das LBI-GMR in seiner Arbeit verfolgt, basiert auf den Konzepten von Freiheit und Gleichheit, auf den Prinzipien von Universalität, Unteilbarkeit und der Wechselbeziehung von Rechten ebenso wie auf dem Empowerment von InhaberInnen von Rechten und der Verantwortlichkeit von PflichtenträgerInnen.

Folglich versteht das LBI-GMR Menschenrechtsfragen als multidimensional, bearbeitet sie interdisziplinär und unterstützt Bemühungen um die Stärkung von Menschenrechtsforschung an der Universität.

Menschenrechtsstandards und ihre Umsetzung sind untrennbar miteinander verbunden. Daher positioniert sich das LBI-GMR bewusst im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis - mit dem Ziel, im Sinne eines translationalen Ansatzes eine Verbindung zwischen akademischer Forschung und PraktikerInnen herzustellen. Das LBI-GMR will mit seiner wissenschaftlichen Tätigkeit einen Beitrag zur Veränderung bestehender Verhältnisse und zur Verbesserung der Lebenssituation verfolgter, diskriminierter oder sonst benachteiligter Menschen leisten. Dazu widmet sich das LBI-GMR sowohl der Grundlagenforschung (z.B. zu methodologischen Fragen), als auch der angewandten Forschung (zu einem Themenspektrum, das von Folterprävention bis zur Etablierung von Antidiskriminierungsstrukturen in Behörden reicht). Darüber hinaus stellen wir unsere Expertise in Form von akademischen Publikationen und durch Lehre und Training zur Verfügung.

Das LBI-GMR kann auf langjährige Kooperationen mit internationalen, europäischen und nationalen Institutionen, wie den Vereinten Nationen, dem Europarat, der EU (inklusive der Grundrechteagentur), der OSZE, verschiedenen staatlichen Behörden wie auch anderen Menschenrechtsinstituten und NGOs zurückgreifen. Das Institut ist Mitglied in nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken, wie der Association of Human Rights Institutes (AHRI), dem Global Campus of Human Rights – European Inter-University Centre for Human Rights and Democratisation (EIUC – Global Campus) oder dem Forschungskonsortium "Fostering Human Rights Among European Policies (FRAME)". Als Organisation, die mit ihrer Arbeit auf Wirkung und Wandel abzielt, verstehen wir uns als Teil der Zivilgesellschaft und fungieren als kritische BeobachterInnen von Staaten und dem Privatsektor als Pflichtenträgern: Gleichzeitig bietet das LBI-GMR diesen AkteurInnen Beratung und Capacity Building in Menschenrechtsfragen an.

Wie auf inhaltlicher Ebene fühlen wir uns auch im Umgang miteinander – das heißt mit den MitarbeiterInnen des Instituts und unseren KooperationspartnerInnen – den Menschenrechten als Leitbild verpflichtet. Das bedeutet vor allem Gleichheit und Nicht-Diskriminierung, Vielfalt, Partizipation an internen Entscheidungsfindungsprozessen, faire und gesunde Arbeitsbedingungen sowie Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Die Arbeit des LBI-GMR ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und zum überwiegenden Teil projektbasiert. Die Absicherung des Instituts in Form einer projektunabhängigen Basisfinanzierung stellt eine der Herausforderungen für die Zukunft dar.

Die Dynamik innerhalb der internationalen Menschenrechts-Community hat wesentliche Auswirkungen auf unsere Arbeit. Als das führende und größte österreichische Menschenrechtsinstitut möchten wir nationale, europäische und internationale Entwicklungen nicht nur analysieren, sondern auch mit beeinflussen, um das Ziel "alle Menschenrechte für alle" langfristig umzusetzen.