PUBLIKATION: The Crime of Aggression and the Prohibition of the Use of Force — Reflections on the Relationship between the Rome Statute and General Public International Law

Rethinking the Crime of Aggression

Michael Lysander Fremuth, The Crime of Aggression and the Prohibition of the Use of Force – Reflections on the Relation between the Rome Statute and General Public International Law, in: Bock/Conze (Hrsg.), Rethinking the Crime of Aggression: International and Interdisciplinary Perspectives, 1st edition: Asser Press/Springer 2022, pp. 171–205.

Das Verbrechen der Aggression, das im Rahmen des Römischen Statuts des International Strafgerichtshofs praktiziert wird, kann als Rückgriff auf die Frühzeit des modernen Völkerstrafrechts angesehen werden, als die Sicherung des Weltfriedens seine eigentliche Begründung war. Das Verbrechen der Aggression könnte zu einer subjektiven Säule des Gewaltverbots nach der UN-Charta werden. Während das Gewaltverbot jedoch umfassend und teilweise offen für neue Entwicklungen der modernen Kriegsführung ist, kennt das Verbrechen der Aggression nur eine enge Definition, welche die Abgrenzung der Kompetenzen des Internationalen Strafgerichtshofs gegenüber den Organen der Vereinten Nationen schwierig macht. In Verbindung mit der allgemeinen starken (politischen) Opposition gegen den Internationalen Strafgerichtshof könnte dies Zweifel aufwerfen, ob das Verbrechen der Aggression in naher Zukunft tatsächlich einen echten Beitrag zum Schutz des internationalen Friedens liefern wird.

Asser Press/Springer
2022