ENSURE – Sicherstellung des Zugangs zu Unterstützungspersonen für Kinder mit Behinderungen in Gerichtsverfahren
Über das Projekt
Das EU-kofinanzierte Projekt „ENSURE – Sicherstellung des Zugangs zu Unterstützungspersonen für Kinder mit Behinderungen in Gerichtsverfahren“ (März 2025 bis Februar 2027) zielt darauf ab, die Kommunikation mit Kindern mit Behinderungen vor Gericht, insbesondere im Strafverfahren zu verbessern.
Forschungsgegenstand & Fahrplan
Das EU-kofinanzierte Projekt „ENSURE – Sicherstellung des Zugangs zu Unterstützungspersonen für Kinder mit Behinderungen in Gerichtsverfahren“ (März 2025 bis Februar 2027) zielt darauf ab, die Kommunikation mit Kindern mit Behinderungen vor Gericht, insbesondere im Strafverfahren zu verbessern. Dies soll vor allem durch die Einbindung qualifizierter Unterstützungspersonen – sogenannter Vermittler:innen (intermediaries) – erreicht werden. Das Projekt unterstützt sowohl die Umsetzung von Kinderrechten als auch Rechten von Menschen mit Behinderungen sowie aktuelle EU-Ziele zur Stärkung von Kinderschutzsystemen und zur Förderung des Rechtszugangs für Kinder mit Behinderungen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung und Erprobung von Modellen für Unterstützungspersonen als kommunikative Brücke zwischen Kindern mit Behinderungen und dem Justizsystem, um bestehende strukturelle Barrieren abzubauen und eine gleichberechtigte Beteiligung sicherzustellen.
Auch wenn es in einigen Ländern bereits erste Unterstützungsmodelle gibt, fehlt es an formalen Regelungen, standardisierten Verfahren und qualifizierten Ausbildungswegen in Bezug auf Kinder mit Behinderungen. ENSURE greift diese Lücke auf und leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung inklusiver und kindgerechter Justizsysteme.
Die Projektaktivitäten finden in Österreich, Rumänien und Serbien statt, mit Fachbeiträgen und Erfahrungsaustausch aus Ungarn, Spanien und Irland.
Forschungsschwerpunkte
Das Projekt verfolgt folgende Ziele:
- Abbau von Kommunikationsbarrieren in Verfahren vor Gericht mit Kindern mit Behinderungen, Schwerpunkt Strafverfahren
- Entwicklung und Weiterentwicklung von Modellen von Unterstützungspersonen (Vermittler:innen/intermediaries) für Kinder mit Behinderungen
- Verbesserung der Koordination zwischen Justiz, Kinderschutz und Unterstützungsstrukturen
- Unterstützung von Sensibilisierung und Kompetenzaufbau bei Fachkräften der Justiz, Polizei, Kinder- und Jugendhilfe sowie im Inklusionsbereich
- Förderung kindgerechter, inklusiv zugänglicher Verfahrensstandards
- Erarbeitung von Empfehlungen für nationale und europäische Rechtsrahmen
Forschungsmethodik
ENSURE verbindet praxisnahe interdisziplinäre und partizipative Forschungsansätze.
Geplant ist die Einrichtung eines internationalen Projektbeirats, bestehend aus Expert:innen mit Behinderungen, um Inklusion in allen Projektphasen sicherzustellen. Nationale Länderberichte analysieren bestehende Rollen und Modelle wie Sachverständige, Dolmetscher:innen, Prozessbegleitung oder Kinderbeistand und zeigen bestehende Lücken auf. Ein länderübergreifender Synthesebericht verdichtet diese Erkenntnisse zu europäischen Empfehlungen.
Auf dieser Grundlage werden Modellregeln für Unterstützungspersonen erarbeitet und an nationale Kontexte angepasst. Drei nationale Workshops in Österreich, Rumänien und Serbien sowie ein umfassendes Trainingspaket mit Curriculum vermitteln praktische Kompetenzen an Fachkräfte.
Die Ergebnisse werden über eine internationale Konferenz, zwei öffentliche Webinare, einen Policy Brief für die Fachöffentlichkeit und politische Entscheidungsträger:innen sowie über einen internationalen Expert:innenbeirat verbreitet.
Projektdaten
- Projekttitel: ENSURE – Sicherstellung des Zugangs zu Unterstützungspersonen für Kinder mit Behinderungen in Gerichtsverfahren
- Projektkonsortium: International Commission of Jurists – European Institutions (ICJ-EI) – International (Lead), Validity Foundation (Validity) – International, Terre des Hommes (TdH) – Rumänien, Child Rights Centre (CRC) – Serbien, Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI-GMR) – Österreich
- Projektteam am LBI-GMR: Helmut Sax (Leitung), Stephen Rabenlehner, Sabine Mandl
- Fördergeber: EU-Kommission, CERV-2024-Daphne
- Programmlinie LBI-GMR: Menschenwürde und öffentliche Sicherheit
Finanziert von der Europäischen Union. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die des:der Verfasser:in und spiegeln nicht zwingend jene der Europäischen Union wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.