HUMAN RIGHTS TALK: Kopftuchverbot an Schulen – Schutz oder Einschränkung der Selbstbestimmung?
Mittwoch 7. Oktober 2026, 18:30 Uhr, Einlass ab 18:00 Uhr
Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien
SAVE THE DATE: Kopftuchverbot an Schulen: ein hochkarätiges Panel diskutiert die gesellschaftlichen, menschenrechtlichen und verfassungsrechtlichen Dimensionen.
Mit Beginn des Schuljahres 2026/27 dürfen Schülerinnen bis zum vollendeten 14. Lebensjahr an Österreichs Schulen kein islamisches Kopftuch mehr tragen. Schulen sind damit gefordert, das neue Verbot umzusetzen – zunächst durch Gespräche mit den betroffenen Schülerinnen und ihren Erziehungsberechtigten. Bei wiederholten Verstößen sind jedoch auch Verwaltungsstrafen vorgesehen. Die Bundesregierung versteht die Regelung als Teil eines Schutz- und Integrationskonzepts, das Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Chancengleichheit fördern sowie Mädchen vor familiärem oder sozialem Druck schützen soll. Kritiker:innen sehen darin hingegen einen Eingriff in Religionsfreiheit und Gleichbehandlung und warnen vor der Stigmatisierung muslimischer Mädchen sowie der weiteren Normalisierung antimuslimischer Vorurteile und Islamfeindlichkeit. Erste Individualanträge auf Aufhebung des Verbots wurden vom Verfassungsgerichtshof aus Formalgründen zurückgewiesen; eine inhaltliche Prüfung des Gesetzes steht noch aus.
Kann das Verbot die Selbstbestimmung von Mädchen etwa gegenüber Mitschüler:innen und Eltern stärken oder führt es zu neuen Formen von Ausgrenzung? Welche Erfahrungen machen muslimische Mädchen, ihre Familien und Schulen mit der neuen Regelung? Wie lassen sich Schutzinteressen, Religionsfreiheit, Gleichbehandlung und Kinderrechte miteinander in Einklang bringen? Ein hochkarätiges Panel diskutiert die gesellschaftlichen, menschenrechtlichen und verfassungsrechtlichen Dimensionen des Kopftuchverbots sowie seine Auswirkungen auf Schule, Teilhabe und das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft.
Die Human Rights Talks verstehen sich als Plattform für den gesellschaftlichen Diskurs zu aktuellen Themen mit menschenrechtlicher Relevanz. Die Veranstaltungen präsentieren der interessierten Öffentlichkeit hochkarätige Vortragende und analysieren menschenrechtliche Herausforderungen sowie gesellschaftspolitische Strömungen differenziert und mit fachlicher Expertise, zugleich aber auf zugängliche Weise und mit Praxisbezug. Wichtiger Bestandteil des Formats ist neben inhaltlichen Beiträgen die interaktive Publikumsdiskussion.
Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund des limitierten Platzangebotes bitten wir bis Dienstag, 06. Oktober 2026 unter https://eveeno.com/175801774 um Anmeldung. Unsere Veranstaltungsräumlichkeiten sind barrierefrei zugänglich.