Nationaler Rahmen für Gewaltschutz im Hochschul- und Forschungsbereich
Begleitung in der Erarbeitung eines Rahmendokumentes zur Entwicklung und Umsetzung von Codes of Conduct an österreichischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen im Bereich des BMFWF
Über das Projekt
Im Auftrag des BMFWF begleitet das LBI-GMR die Entwicklung eines nationalen Rahmens zur Prävention von und zum Umgang mit geschlechterbasierter Gewalt an österreichischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen. Das Vorhaben knüpft an die Ergebnisse der vorangegangenen Status quo-Erhebung an und setzt zwei der daraus abgeleiteten Empfehlungen in einem sektorenübergreifenden und partizipativen Prozess um.
Forschungsgegenstand und Vorgehen
Ziel des Projekts ist die Entwicklung dreier aufeinander aufbauender Produkte, die gemeinsam ein kohärentes und praxisorientiertes Toolkit bilden. Dieses soll Hochschul- und Forschungseinrichtungen dabei unterstützen, geschlechterbasierter Gewalt wirksam vorzubeugen, institutionelle Abläufe zu standardisieren und Betroffene nachhaltig zu schützen.
Im ersten Schritt wird ein gemeinsames, sektorenübergreifend abgestimmtes Begriffsverständnis von geschlechterbasierter Gewalt erarbeitet, um Erkennen, Benennen und institutionelle Bearbeitung von Gewalt zu erleichtern. Darauf aufbauend werden Mindeststandards entwickelt, die insbesondere Orientierung hinsichtlich Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten, Berichtspflichten sowie Steuerungs- und Qualitätssicherungsprozessen bieten. In einem dritten Schritt wird ein modulares Rahmendokument ausgearbeitet, das einen Code of Conduct mit normativen Leitlinien und ein Gewaltschutzkonzept mit konkreten Handlungsabläufen integriert.
Der Erarbeitungsprozess wird durch eine Arbeitsgruppe begleitet, in der Vertreter:innen von Hochschul- und Forschungseinrichtungen, Studierendenvertretung, Netzwerken und Beratungsstellen sowie der öffentlichen Verwaltung eingebunden sind. Die Arbeitsgruppe tritt zwischen 2026 und 2027 in mehreren Sitzungen zusammen und begleitet die iterative Entwicklung der Projektoutputs.
Ziele
Das Projekt verfolgt das übergeordnete Ziel, einen evidenzbasierten und praxisorientierten Beitrag zur Prävention von und zum institutionellen Umgang mit geschlechterbasierter Gewalt im österreichischen Hochschul- und Forschungsbereich zu leisten.
Mittelfristig soll das Projekt dazu beitragen, institutionelle Strukturen, Verfahren und Handlungskompetenzen im Umgang mit geschlechterbasierter Gewalt zu verbessern.
Langfristig zielt es darauf ab, einen Beitrag zur Schaffung sicherer, inklusiver und diskriminierungsfreier Lern- und Arbeitsumgebungen an Hochschul- und Forschungseinrichtungen zu leisten.
Methodik
Die Erarbeitung erfolgt partizipativ und sektorenübergreifend unter Mitwirkung der Mitglieder der Arbeitsgruppe. Durch die wissenschaftliche Begleitung des Prozesses durch das LBI-GMR können praktische Erfahrungen, Good-Practice-Beispiele und Machbarkeitseinschätzungen in den aktuellen Stand der Forschung sowie einschlägige nationale und internationaler Literatur und rechtlichen Rahmenbedingungen eingebettet werden.
Die inhaltliche Erarbeitung umfasst außerdem die evidenzbasierte Aufbereitung zentraler Themenfelder, die Entwicklung konzeptioneller Vorschläge sowie die strukturierte Zusammenführung der im partizipativen Prozess erarbeiteten Beiträge. Das LBI-GMR stellt hierfür zielgruppenspezifische Diskussions- und Arbeitsmaterialien bereit, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisorientierten Anforderungen verknüpfen.
Zugleich übernimmt das LBI-GMR die Moderation des Arbeitsprozesses und gewährleistet durch geeignete methodische Formate – etwa strukturierte Gruppenarbeit, moderierte Konsultationen, Priorisierungs- und Abstimmungsverfahren – eine nachvollziehbare und transparente Entwicklung der Inhalte.
Projektdaten
- Projekttitel: Nationaler Rahmen für Gewaltschutz im Hochschul- und Forschungsbereich: Begleitung in der Erarbeitung eines Rahmendokumentes zur Entwicklung und Umsetzung von Codes of Conduct an österreichischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen im Bereich des BMFWF
- Projektteam LBI-GMR: Johanna Blimlinger, Katrin Wladasch
- Projektdauer: April 2026 – Juni 2027
- Auftraggeberin: Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF)
- Forschungsgruppe: (Un-)Gleichheit und Antidiskriminierung