icon / home icon / small arrow right / light News icon / small arrow right / light „Aufstand der Flüsse, Rebellion der Wälder?“
09 Juni 2026 von lbigmr

„Aufstand der Flüsse, Rebellion der Wälder?“

Widerstand und Verantwortung – Zu diesem Thema diskutierten Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis vei den heurigen Europäischen Toleranzgesprächen in Fresach, darunter LBI-GMR Forschungsgruppenleiterin Camilla Haake, die an einem Panel zu aktuellen rechtlichen und praktischen Herausforderungen der Anerkennung subjektiver Rechte der Natur teilnahm.

Diverse Vorträge, Podiumsgespräche und Diskussionsrunden zu den Grenzen von Widerstand im Alltag, Ingeborg Bachmanns Widerstand gegen die Verhältnisse, die Macht des Glaubens, den Umgang mit Unrecht und Ungerechtigkeit, aber auch zu Demokratie und Menschenrechten und über die Macht sogenannter „Tech-Giganten“ in der heutigen Zeit prägten die Europäischen Toleranzgespräche 2026 im Kärntner Bergdorf Fresach.

Unter der Moderation von Autor Alexander Peer diskutierte Camilla Haake gemeinsam mit UNESCO-Lehrstuhlinhaber Michael Jungmeier (FH Kärnten), Philosophin Ursula Baatz und Nachhaltigkeitsforscherin Christine Ax darüber, ob wir vom anthropozentrischen Weltbild Abstand nehmen müssen, welche Möglichkeiten u.a. das derzeitige österreichische Umweltrecht für den effektiven und effizienten Schutz der Umwelt bietet und inwiefern dessen potenzielle Defizite ausgleichen könnten.

Nach einer thematischen Einordnung Jungmeiers zu den Grundlagen der „Rechte der Natur“-Bewegung in Wissenschaft und Praxis erörterten die Expert:innen neueste Entwicklungen rund um nationale Beispiele der Anerkennung von „Rechten der Natur“ (z.B. in Lateinamerika) und deren mögliche Auswirkungen auf ähnliche Entwicklungen in Europa (wie in Spanien). Sie sprachen über das „Menschenrecht auf eine gesunde, nachhaltige und saubere Umwelt“, über relevante Rechtsprechung von internationalen Gerichten sowie rechtliche Aspekte einer potenziellen nationalen Anerkennung von subjektiven Rechten des Gletschers „Pasterze“ am Fuß des Großglockners und einer künftigen „Bürger:in Donau“.

Wegen seiner Aktualität und Polarisierungskraft erfreute sich das Diskussionspanel eines besonders interessierten Publikums, das im stark gefüllten „Toleranzzentrum“ auch diverse kritische Fragen an die Panelist:innen stellte: etwa zum Nutzen einer subjektivierten Natur für Mensch, Flora und Fauna, zum notwendigen besseren Schutz von Nutztieren im Kontext nachhaltigkeitsbezogener Gesetzgebung auf nationaler und internationaler Ebene sowie zu den Pflichten des (österreichischen) Gesetzgebers mit Blick auf die allgegenwärtige „Dreifache planetare Krise“ aus Klimawandel, Biodiversitätsverlust und fortschreitender Umweltverschmutzung.

Camilla Haake forscht am LBI-GMR u.a. zu den „Rechten der Natur“. Mehr Informationen zum Forschungsprojekt.