Eröffnung des neuen Justice House in Bischkek
Kirgistan: Ein wichtiger Schritt zu einer digitalisierten Strafjustiz im Einklang mit Menschenrechten
Am 21. Oktober wurde das neue Justice House in Bischkek offiziell eröffnet. Das Zentrum ist mit modernen automatisierten Informationssystemen (AIS) ausgestattet, die Transparenz, Effizienz und die Einhaltung menschenrechtlicher Standards stärken sollen.
Hochrangige Eröffnungsfeier
An der Eröffnungsfeier nahmen teil:
• Ayaz Baetov, Justizminister der Kirgisischen Republik
• Rémi Duflot, EU-Botschafter
• Oliver Stolpe, UNODC-Regionalbeauftragter für Afghanistan, Zentralasien, Iran und Pakistan
• Dmitry Nurumov, leitender LBI-GMR-Experte in Kirgisistan
Die Eröffnung fand im Rahmen des von der Europäischen Union und UNODC kofinanzierten JUST4ALL-Projekts statt, das in Partnerschaft mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI-GMR) umgesetzt wird.
Digitalisierung der Justizdienste
Um den Bedarf der kirgisischen Strafjustizinstitutionen zu decken, unterstützte das Projekt die Entwicklung effizienter und transparenter automatisierter Informationsmanagementsysteme. Im neuen Justice House wurde das Zentrum für Bewährungshilfe vollständig renoviert, ausgestattet und digitalisiert. Dies ermöglicht eine engere Zusammenarbeit zwischen den Institutionen sowie schnellere und wirksamere Dienstleistungen für Bürger:innen.
Menschenrechtsbasiertes Policy Framework
Das LBI-GMR ergänzte die AIS um ein umfassendes politisches Rahmenwerk, das technologische Entwicklungen widerspiegelt und menschenrechtliche Anforderungen einbezieht. Das Zentrum für Bewährungshilfe verfügt nun über digitale Tools für ein Echtzeit-Datenmanagement, das hohen Datenschutzstandards entspricht und eine sichere Governance-Struktur mit abgestuften Zugriffsrechten für verschiedene Justizinstitutionen gewährleistet.
Messbare Wirkung
Durch digitale Innovation, ein umfassendes Schulungscurriculum und maßgeschneiderte Rehabilitationsprogramme hat das JUST4ALL-Projekt zu einer Reduktion der Gefängnispopulation um 29 Prozent beigetragen — von 9.573 verurteilten Personen im Jahr 2019 auf 6.823 im Jahr 2024. Dieser kontinuierliche Rückgang unterstreicht die Wirksamkeit der Kombination aus digitaler Transformation und menschenrechtsorientierten Reformen im Bereich der Strafjustiz.
Unterstützung der Justizreform in der Kirgisischen Republik: Förderung der Bewährungshilfe und des integrierten Justizinformationsmanagements (JUST4ALL)“ ist ein vierjähriges Projekt, das von der Europäischen Union und UNODC kofinanziert und vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) durchgeführt wird. Es fördert die Humanisierung der Strafjustiz in der Kirgisischen Republik und zielt darauf ab, die Fähigkeit des Landes zur Umsetzung seiner Strafrechtsreformen im Einklang mit internationalen Standards und Normen sowie den besten europäischen Praktiken zu verbessern. Die beiden Hauptkomponenten des Projekts betreffen die folgenden Bereiche der Strafrechtsreform: Bewährungs- und Informationsmanagement.