Projekt „Ankerpunkte“ zum Thema rurale und künstlerisch-kreative Innovation für Alzheimer-Betroffene in vier Gemeinden des nördlichen Waldviertels

Über das Projekt

Das Projekt „Ankerpunkte“ entwickelt und erprobt partizipative, künstlerische und kreative Ansätze für ländliche Gebiete mit Menschen mit Alzheimer, ihren Angehörigen und der lokalen Bevölkerung. Dabei entstehen neue gemeinsame kreative Ansätze, die soziale Teilhabe fördern und unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen.

Forschungsgegenstand

Anstatt separate Angebote ausschließlich für Menschen mit Alzheimer zu schaffen, setzt das Projekt auf inklusive Formate, in denen Menschen mit und ohne Alzheimer zusammenkommen, einander unterstützen und voneinander lernen. Durch diesen gemeinschaftlichen Prozess trägt „Ankerpunkte“ zur Entstigmatisierung von Alzheimer bei, stärkt das Bewusstsein und verbessert die Lebensrealitäten von Betroffenen und ihren Angehörigen.

Projektziele

  • Entwicklung und Pilotierung kreativer Ansätze zur Unterstützung von Menschen mit Alzheimer im ländlichen Raum.
  • Schaffung inklusiver Begegnungsräume, in denen Menschen mit und ohne Alzheimer gemeinsam aktiv werden und soziale Verbundenheit gestärkt wird.
  • Verbesserung des emotionalen Wohlbefindens und der Lebensqualität von Menschen mit Alzheimer sowie ihren Angehörigen.
  • Systematische Einbindung der Lebenswelt- und Erfahrungsexpertise von Menschen mit Alzheimer und deren Angehörigen in allen Projektphasen.
  • Aufbau von Wissen über die Lebensrealitäten von Menschen mit Alzheimer und deren Angehörigen – über Bedürfnisse, Barrieren sowie Ressourcen und Kompetenzen, die ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben trotz Erkrankung ermöglichen.
  • Unterstützung ländlicher Gemeinden bei der Weiterentwicklung innovativer Angebote und Strukturen für Betroffene.
  • Aufbau von Grundlagen für eine nachhaltige Verankerung und Übertragbarkeit der entwickelten Angebote in Waldviertel Nord und weiteren Regionen.

Forschungsmethodik

Die Methodik umfasst folgende Grundsätze:

  • Ko-kreativer Entwicklungsprozess: Ein zweitägiges Ideenlab vor Ort im November 2025 bildet den Startpunkt. In einem Design-Thinking-Prozess entwickeln die Forscher:innen gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik, Gesundheitsbereich, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Künstler:innen, Bewohner:innen und Angehörigen gemeinsam erste Ideenskizzen für kreative, inklusive Angebote im ländlichen Raum.
  • Partizipative Weiterentwicklung: Die im Ideenlab entstandenen Prototypen werden auf Grundlage von Lebensweltwissen, lokalem Feedback und fachlicher Expertise weiterentwickelt und methodisch verfeinert. Dabei wird die Perspektive von Menschen mit Alzheimer und deren Angehörigen punktuell und sensibel einbezogen.
  • Pilotierung und Adaption: Die Angebote werden 2026 in den Gemeinden im Waldviertel Nord erprobt und anhand von Erfahrungen der Teilnehmer*innen laufend angepasst. Die Pilotphase dient dazu, zu verstehen, was gut funktioniert, wo es Barrieren gibt und kreative Formate praxistauglich zu machen.
  • Systematische Dokumentation und Reflexion: Alle Projektphasen werden qualitativ dokumentiert, darunter Beobachtungen, Rückmeldungen der Beteiligten und Reflexionsgespräche und Ergebnisse aus den Pilotdurchläufen. Die Erkenntnisse fließen in die iterative Weiterentwicklung der Formate ein.
  • Theory-of-Change-Ansatz: Gemeinsam mit Projektpartner*innen und Beteiligten wird eine ToC entwickelt, die Wirkungslogik, Zielgruppenbedarfe, erwartete Outcomes und langfristigen Impact definiert. Dieses Modell dient als Grundlage für Evaluation, Lernprozesse und strategische Weiterarbeit.
  • Transfer und Wissensaufbereitung: Die erprobten künstlerisch-kreativen Praktiken sowie die zentralen Erkenntnisse aus Entwicklung, Pilotierung und Reflexion werden in einem praxisnahen Handbuch aufbereitet. Diese unterstützten Gemeinden dabei, ähnliche Angebote nachhaltig umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Produkte

Im Rahmen des Projekts entstehen unter anderem:

  • Pilotierte künstlerisch-kreative Angebote für Menschen mit Alzheimer und ihre Gemeinden im nördlichen Waldviertel.
  • Eine partizipative Evaluation der Pilotphase.
  • Ein Handbuch für Gemeinden zu kreativen, inklusiven Ansätzen im Umgang mit Alzheimer im ländlichen Raum.
  • Eine gemeinsam erarbeitete wissenschaftliche Publikation.

Projektdaten