Under Construction

Über das Projekt

Arbeitnehmer:innen im Bausektor sind in besonderem Maße von bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels (Hitzewellen, Dürren, Extremwetterereignisse, etc.) betroffen, da viele von ihnen ihre Arbeit im Freien verrichten. Das Forschungsprojekt widmet sich im Kern der Frage, ob die derzeitigen Arbeitsschutzregime in Österreich und Deutschland ausreichen, um Arbeitnehmer:innen im Bausektor effektiv vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.

Forschungsgegenstand & -fahrplan

Steigende Temperaturen, verstärkte UV-Strahlung sowie infolge des Klimawandels auftretende Extremwetterereignisse wirken sich zunehmend auf die Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmer:innen aus, v.a. wenn diese körperliche Arbeiten im Freien verrichten. Bestehende Regeln des österreichischen und deutschen Arbeitsschutzrechts sind jedoch derzeit (noch) nicht umfassend auf den spezifischen Schutz von Arbeitnehmer:innen vor klimawandelbedingten Veränderungen der Arbeitsumwelt ausgerichtet. Ein wichtiger Anwendungsfall dieses Problems ist der Bausektor. Daher fordern u.a. Arbeitnehmer:innenvertretungen (Gewerkschaften, Arbeiterkammern) in Österreich und Deutschland eine Überarbeitung der bestehenden Regularien.

Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen insbesondere die Fragen nach dem tatsächlichen Schutzbedarf von Arbeitnehmer:innen im Bausektor sowie der Regelung des Arbeitsschutzes im Rahmen des geltenden Rechts behandelt und nach Möglichkeit einer Antwort zugeführt werden. Zudem soll ein praxisorientierter Abgleich von Schutzbedarf und bereits existenten Regelungen zur Identifizierung möglicher Regelungslücken und künftiger Regelungsbedarfe erfolgen.

Die Forschungsergebnisse sollen in einem umfassenden Project Report einfließen und in einem kurzen, allgemein verständlichen Research und Policy Brief zusammengefasst werden.

Schwerpunkte

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich insbesondere mit dem Schutzpotenzial sowie regulatorischen Stärken und Schwächen bestehender einschlägiger Arbeitsschutzregelungen im Hinblick auf klimawandelbedingte Veränderungen im Bausektor in Österreich und Deutschland.

Methodik

Die Forschungsarbeit beginnt mit einer umfassenden Literatur- und Datenrecherche (desk research). Hierbei stehen sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die naturwissenschaftlichen, medizinischen und arbeitswissenschaftlichen Aspekte des Klimawandels und dadurch bedingte Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen am Bau sowie arbeitsmigrationsspezifische und gendersensible Perspektiven im Vordergrund. Die rechtswissenschaftliche Recherche wird dabei insbesondere die Eignung des Arbeitsschutzrechts zum Schutz von Arbeitnehmer:innen am Bau vor den Auswirkungen des Klimawandels und Möglichkeiten ihrer sozialen Sicherung adressieren. Dabei soll auch eine vergleichende Auswertung einschlägiger Judikatur österreichischer und deutscher Gerichte erfolgen.

Im Nachgang der Literaturrecherche erfolgt die Einbindung von Expert:innen durch analytische und dialogische sozialwissenschaftliche Methoden. Dafür werden einerseits Arbeitnehmer:innen- und Arbeitgeber:innenvertreter:innen als Policy-Expert:innen in einer Fokusgruppe zusammengeführt und in Form einer moderierten Diskussionsrunde anhand von Leitfragen zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen befragt. Darüber hinaus werden jeweils zwei Expert:innen aus Österreich und Deutschland in den Bereichen Arbeitsschutzrecht, Arbeitsmedizin und Arbeitsmigration im Rahmen von insgesamt zwölf qualitativen teilstrukturierten Expert:inneninterviews zu ihren fachspezifischen Einschätzungen befragt. Nach Erhebung der Daten werden sie im Zuge der zusammenfassenden Inhaltsanalyse ausgewertet. Die vorläufigen Ergebnisse von Literaturrecherche, Fokusgruppendiskussion und Interviews werden dokumentiert und im Rahmen eines Validierungsworkshops mit den Expert:innen der Fokusgruppe und der Einzelinterviews auf ihre Umsetzungstauglichkeit hin ausgewertet.

Abschließend sollen gesellschaftlich und politisch relevante Handlungsempfehlungen für Arbeitnehmer:innen- und Arbeitgeber:innenvertreter:innen sowie die österreichischen und deutschen Gesetzgeber formuliert und ein ausführlicher Abschlussbericht verfasst werden. Die wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen sollen in einem kurzen, allgemein verständlichen Research und Policy Brief zusammengefasst werden.

Projektdaten